Hufreheerkrankung beim Pferd - Risiken und Gefahren
Pferdegesundheit: Hufreheerkrankung beim Pferd

Hufreheerkrankung beim Pferd - Risiken und Gefahren

Es sind vor allem Ponys und Robustpferderassen betroffen, deshalb ist es wichtig die Pferde langsam an das frische Gras auf der Weide zu gewöhnen.

Die Hufrehe zählt zu den schwerwiegendsten und schmerzhaftesten Erkrankungen des Bewegungsapparates beim Pferd. Sie betrifft die Huflederhaut – ein empfindliches, stark durchblutetes Gewebe zwischen Hufbein und Hornkapsel – und kann im Ernstfall lebensbedrohliche Folgen haben. Die Entzündung dieser Struktur führt zu massiven Schmerzen, Lahmheiten und langfristigen Schädigungen der Hufmechanik.

 

Entstehung und unmittelbare Risiken

Bei einer akuten Hufrehe kommt es zu einer Entzündung und Schwellung in der Huflederhaut. Da der Huf jedoch eine starre Hornkapsel besitzt, kann das Gewebe nicht ausweichen: Der steigende Druck unterbindet die Blutzirkulation, wodurch Sauerstoff- und Nährstoffmangel entstehen. Innerhalb weniger Stunden kann dies zu schweren Zellschäden führen .

Die Folge ist die Lockerung der Lamellen, die das Hufbein in der Hornkapsel „aufhängen“. Wenn diese Verbindung reißt, beginnt das Hufbein zu rotieren oder abzusinken – man spricht von einer Hufbeinsenkung oder -rotation. Im schlimmsten Fall kann es zum sogenannten Ausschuhen kommen, bei dem sich die gesamte Hornkapsel löst. Dies führt zu unerträglichen Schmerzen und fast immer zum Tod oder zur Euthanasie des Tieres .

 

Langfristige Gefahren und Spätfolgen

Selbst überstandene Reheschübe hinterlassen häufig dauerhafte Veränderungen im Huf. Betroffene Pferde neigen zu:

  • Verformungen der Hufkapsel (Wellenringe, flache Sohle, breite weiße Linie)
  • chronischer Lahmheit durch abnorme Druckverhältnisse im Huf
  • reduzierter Belastbarkeit, wodurch Reit- oder Arbeitsfähigkeit stark eingeschränkt sein können

Eine chronische Hufrehe erhöht zudem das Risiko für erneute Schübe. Schon kleine Fütterungsfehler oder Stresssituationen können ein Rückfallrisiko auslösen.

 

Sekundäre Risiken durch Grunderkrankungen

Oft steht die Hufrehe im Zusammenhang mit anderen gesundheitlichen Problemen. Besonders gefährdet sind Pferde mit:

  • Equinem Metabolischen Syndrom (EMS) oder Cushing-Syndrom (PPID)
  • Übergewicht und Bewegungsmangel
  • Fütterungsfehlern wie zucker- oder stärkereiche Rationen oder hastiger Weidegang
  • Vergiftungen, Nachgeburtsverhalten bei Stuten (Geburtsrehe) oder Überlastung eines Beines

Diese Ursachen wirken sich über den Stoffwechsel oder die Durchblutung auf die empfindliche Huflederhaut aus und können wiederkehrende Schübe begünstigen.

 

4. Wirtschaftliche und emotionale Folgen

Neben dem erheblichen Leid für das Tier bedeutet eine Hufreheerkrankung auch für Besitzerinnen und Besitzer eine große Belastung. Die Behandlung ist langwierig, kostspielig und erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Tierarzt, Hufschmied und Physiotherapeut. Selbst bei erfolgreicher Behandlung bleiben viele Pferde lebenslang anfälliger und oft nur eingeschränkt nutzbar.

 

5. Fazit

Hufrehe ist keine Krankheit, die man unterschätzen darf. Sie kann innerhalb weniger Stunden zu irreversiblen Schäden führen und stellt sowohl für das Tier als auch für den Halter eine ernste Herausforderung dar. Konsequente Prävention durch angepasste Fütterung, Gewichtsmanagement, Bewegung und regelmäßige Hufkontrolle ist deshalb der beste Schutz gegen diese gefährliche Erkrankung.

Frühes Erkennen und sofortiges Eingreifen entscheiden oft über Leben und Lebensqualität des