Zu hohe Tierarztkosten - So können Pferdebetriebe reagieren
Zu hohe Tierarztkosten - So können Pferdebetriebe reagieren

So können Pferdebetriebe auf die gestiegenen hohen Tierarztkosten gemäß GOT reagieren

Viele Höfe und Reitanlagen, die aufgrund ihrer Struktur tierhaltungsintensiv sind (wie zum Beispiel Reitschulen, Gestüte, Verkaufsställe), stehen durch die extrem gestiegenen Tierarztkosten vor großen  Problemen.

Deshalb hier einige nützliche Möglichkeiten, wie Pferdebetriebe reagieren können, damit sie ihre Pferde weiterhin möglichst optimal betreuen lassen können, ohne in ein finanzielles Desaster zu gelangen:

Preisgestaltung und Kalkulation

  • Vorabangebote für Behandlungen, Routineuntersuchungen, Impfungen und Notdienste einholen
  • Kostenkalkulation für Betriebe: Erstellung von fixen und variablen Kostenprofilen (Tierarztbesuche, Notfälle, Prävention) zur besseren Budgetplanung.

Gesundheitsmanagement stärken

  • Prophylaxe verstärken: Impfpläne, regelmäßige HW-/Wurmkuren, Zahnstatus, Bewegung/Entlastung zur Reduktion von Langzeitkosten.
  • Früherkennungssysteme: Schulung der Stallmitarbeiter zur Beobachtung von Auffälligkeiten, regelmäßige Gesundheitschecks.
  • Präventionsprogramme anbieten: Individuelle Pläne je Pferd, um teure Behandlungen zu verhindern.

Notdienst- und Anfahrtslogistik optimieren

  • Notdienstzeiten evaluieren: Verhandlung mit Tierärzten über Pauschalen für Notfälle außerhalb der regulären Praxiszeiten.
  • Standortvorteile nutzen: Integrieren von regionalen Netzwerken mit mehreren Tierärzten, um Wartezeiten und Kosten zu vergleichen.
  • Telemedizin prüfen: Wo sinnvoll, für Erstbeurteilungen niedrigere Kosten nutzen.

Vertrags- und Abrechnungsoptionen

  • Pauschalen für bestimmte Leistungen, Jahresverträge für Routineversorgung.
  • Selbstbeteiligung und Bonusprogramme: Vereinbarung von Selbstbeteiligungen bei größeren Behandlungen, Treuerabatte.

Einkauf und Logistik

  • Zubehör und Medikamente: Rahmenverträge mit Apothekern, Großhandel, Generic-Alternativen prüfen.
  • Lagerung optimieren: Vorrat an gängigen Medikamenten und Materialien, um Notdienstfahrten zu reduzieren.

Budgetierung und Finanzmanagement

  • Mehrjahresplan erstellen: Prognosen für Tierarztkosten, Einnahmen, Investitionen in Prävention.
  • Reserve aufbauen: Liquiditätspuffer für unvorhergesehene Behandlungen.
  • Fördermittel prüfen: Zuschüsse oder Förderprogramme zu Tiergesundheit, Prävention oder ländlicher Infrastruktur.

Personal- und Schulungsmaßnahmen

  • Fachkräftesicherung: Weiterbildung für Stallpersonal in Notfallmaßnahmen, Erste Hilfe.
  • Zusammenarbeit stärken: klare Rollenverteilung, effizientere Arbeitsabläufe bei Tierarztbesuchen.

Monitoring und kontinuierliche Verbesserung

  • Kennzahlen definieren: Kosten pro Patient, durchschnittliche Behandlungsdauer, Auslastung der Notfälle.
  • Regelmäßige Review-Meetings: Quartalsweise Kosten- und Ergebnisanalyse, Anpassungen vornehmen.

Zusammenfassung

Um auf gestiegene Tierarztkosten durch die neue GOT zu reagieren, sollten Pferdebetriebe Kostentransparenz etablieren, Prävention stärken, Notdienstlogistik optimieren, flexible Abrechnungsmodelle prüfen, Einkauf optimieren, offen kommunizieren, finanziell vorsorgen und regelmäßig überwachen. So lässt sich die Wirtschaftlichkeit des Betriebs nachhaltig verbessern, ohne die Versorgungsqualität für die Pferde zu kompromittieren.