Reittherapie


Reittherapie und therapeutisches Reiten

Reittherapie und therapeutisches Reiten umfassen verschiedene Angebote, bei denen Pferde und der Umgang mit ihnen in pädagogischen, psychologischen oder medizinischen Zusammenhängen eingesetzt werden. Die Begegnung mit dem Pferd kann Menschen dabei unterstützen, körperliche, emotionale und soziale Fähigkeiten zu entwickeln. Die Angebote richten sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit unterschiedlichen Bedürfnissen.

Begriffe und Formen

„Therapeutisches Reiten“ wird häufig als Oberbegriff verwendet. Dazu zählen unter anderem die Hippotherapie, bei der die Bewegung des Pferdes in der Physiotherapie genutzt wird, sowie heilpädagogische und psychologische Angebote mit dem Pferd. Auch das Reiten als Sport für Menschen mit Behinderung kann dazugehören, verfolgt jedoch eigene sportliche Ziele.

Die Bezeichnungen und Qualifikationen unterscheiden sich je nach Land und Anbieter. Deshalb lohnt es sich, vor Beginn nach der fachlichen Ausbildung der verantwortlichen Person und dem konkreten Konzept zu fragen.

Wie eine Einheit abläuft

Eine Einheit kann verschiedene Aktivitäten enthalten: das Pferd beobachten, begrüßen und putzen, es führen oder – je nach Angebot – auf ihm sitzen und reiten. Die Übungen werden an die individuellen Fähigkeiten und Ziele der teilnehmenden Person angepasst. Wichtig sind eine sichere Umgebung, ein geeignetes Pferd und die Begleitung durch qualifizierte Fachkräfte.

Manche Angebote finden auf einem Reitplatz statt, andere beziehen Stallarbeit oder den Kontakt mit Pferden vom Boden aus ein. Nicht jede Form therapeutischen Reitens beinhaltet das Reiten selbst.

Mögliche Ziele

Die Ziele hängen von der jeweiligen Person und der Fachrichtung ab. In der Hippotherapie kann die rhythmische Bewegung des Pferdes beispielsweise genutzt werden, um Gleichgewicht und Körperwahrnehmung zu fördern. Heilpädagogische Angebote können Kommunikation, Selbstvertrauen oder soziale Fähigkeiten unterstützen. Welche Wirkung im Einzelfall erzielt wird, ist unterschiedlich und sollte mit den behandelnden Fachkräften besprochen werden.

Therapeutisches Reiten ersetzt keine notwendige medizinische oder psychologische Behandlung. Es kann – wenn es fachlich passend ist – eine ergänzende Maßnahme sein.

Sicherheit und Wohl des Pferdes

Vor dem Start werden gesundheitliche Voraussetzungen, mögliche Risiken und persönliche Ziele geklärt. Bei bestimmten Beschwerden oder Ängsten kann eine ärztliche Rücksprache sinnvoll oder erforderlich sein. Schutzhelm, passende Ausrüstung und klare Regeln tragen zur Sicherheit bei.

Auch das Pferd braucht Schutz und Erholung. Es sollte für die Aufgabe geeignet, gut ausgebildet und gesund sein. Belastung, Einsatzzeiten und Pausen müssen sorgfältig geplant werden.

Therapeutisches Reiten verbindet die Begegnung mit Pferden mit individuellen Förder- oder Behandlungszielen – fachkundige Begleitung und das Wohl von Mensch und Tier stehen dabei im Mittelpunkt.

 


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